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Es ist eine Herbstnacht, wie sie schöner und perfekter nicht sein kann. Seit Stunden wechselt Niesel- mit Platzregen, der Wind weht das runzelige Laub vergessener Sommertage über den glänzenden Asphalt. Es sind nur noch wenige Menschen auf der Straße. Zu sehr lockt der Kamin und das abendliche Fernsehritual.

Kevin sitzt mit seiner neuen Freundin Jaqueline auf dem Parkplatz der örtlichen Badeanstalt im Auto seiner Mutter. Der Wagen hat schon bessere Tage gesehen, aber das ist den beiden egal. Sie sind zu sehr damit beschäftigt, sich mit der Anatomie des anderen zu befassen. Kevin ist gerade dabei, Jaqueline den pinkfarbenen Pulli bauchnabelaufwärts zu schieben, als sie von einem vorbeiziehenden Lichstrahl getroffen werden. Ab sofort sind sie nicht mehr das einzige Fahrzeug auf dem halbdunklen Parkplatz. Zwei andere PKW mit ortsfremden Kennzeichen drehen eine Runde um den gesamten Parkplatz und stellen sich nur einige Meter entfernt von Mamas Rostlaube auf. Ein ungünstiger Moment, wenn man gerade dabei ist, der Liebsten die viel zu warme Oberbekleidung zu entreißen ...

Es dauert nur wenige Minuten, dann fahren zwei weitere Fahrzeuge auf den Parkplatz, von Einsamkeit ist nun langsam keine Spur mehr. Vier Froschmänner und ein Anwärter begrüßen sich herzlich im Nieselregen, es werden Umarmungen getätigt, Schultern geklopft und freundliche Worte gewechselt. Pit, Rabe, Dako, Nebelkrähe und Rehlein sind heute hier erschienen, um sich bei herrlichstem Wetter um einen kleinen Bunker zu kümmern.

Noch während die Männer am scherzen sind, hört Nebelkrähe im Rauschen des Windes das verzweifelte Klacken eines Magnetschalters. Irgend jemand versucht, sein Auto zu starten und es ist nicht schwer zu erraten, wer sich in diesem Moment davonstehlen will. Ein kleiner Spion, wieviel hat er bereits gehört. Muss er liquidiert werden?

Die fünf Männer gehen zum fremden Fahrzeug. Es muss für die Insassen ein fürchterlicher Anblick gewesen sein. Fünf breitschultrige Typen in militärähnlicher Kleidung, unrasiert mit Kommandomützen in einer Nacht, die nur von einem Horrofilm geschrieben sein konnte. Als sich die Männer der Fahrerseite nähern bietet sich ihnen ein erbärmlicher Anblick. Ein junges Mädchen, tief in den Beifahrersitz gesunken, die Schultern nach oben gezogen. Es scheint, sie würde schon länger die Luft anhalten. Und daneben ein junger Bursche. Versteinertes Gesicht und Augen so groß wie Supenteller. Man sieht ihm an, dass er bereits nach einer Ausrede sucht, warum er seiner Mutter ein ausgebranntes Auto wiedergebracht hat.

Nebelkrähe klopft mit grimmigem Blick gegen die Seitenscheibe. Sie öffnet sich 3 mm. "Sollen wir euch mal anschieben?". Das Männlein stammelt ein "Wie bitte?". Die Scheibe sinkt ein wenig tiefer. Wir erklären dem jungen Liebhaber-Azubi die Prozedur, Zündung an, zweiter Gang, Kupplung kommen lassen. Natürlich gelingt der Versuch nicht, weil Jüngelchen viel zu nervös ist. Vielleicht weiß er auch noch nicht so genau, was eine Kupplung ist. Also schieben die Männer Jüngelchens Auto zum MFEL von Froschmann Dako. Der steht schon erwartungvoll mit den Starthilfekabeln in der Hand. Es dauert keine 10 Sekunden mehr und Jüngelchen kann starten. "Du musst jetzt noch ein paar Runden um den Block fahren", instruiert Dako. Rehlein ergänzt: "Und nicht gleich wieder anhalten und weiter knuschen". Verstört verlegenes Glucksen aus dem gerade wiederbelebten Auto. Als sie die Rücklichter des Fahrzeugs sehen ist es ihnen klar, dass die beiden diese Geschichte noch ihren Enkeln erzählen werden. Wie sie nur knapp dem Tode entronnen sind.

Einsatzvorbesprechung. Froschmann Rabe hat heute Nacht die operative Führung. Detalliert erläutert er das Vorgehen. Alle denkbaren Szenarien werden besprochen, Aufgaben verteilt. Dann verlegen die Männer zum Startpunkt. Als sie gegen Mitternacht absitzen ist das Wetter immer noch perfekt für ihr Vorhaben. Vor ihnen liegt nur ein kurzer Marsch von knapp 3 km. In Schützenreihe bewegen sie sich lautlos durch den Wald. Es ist dunkel, sehr dunkel. Die Männer haben einen Abstand von max. einem Meter. Wird er größer, ist der Vordermann nicht mehr zusehen. Die Männer erreichen das Tor auf der rückwärtigen Seite der Anlage. Man sieht weiter im Süden den Lichtschein. Das Objekt wird nachgenutzt und ist nachts beleuchtet. Doch heute scheint hier sogar eine Party zu steigen, es dringt laute Musik durch den Wald. Die Männer teilen sich in zwei Gruppen auf und untersuchen den Zaun in beiden Richtungen auf Schwachstellen. Fehlanzeige. Also bleibt nur der Weg über das Tor, das nur vom Ansehen schon laute metallische Geräusche von sich geben will.

Rabe und Nebelkrähe bilden den Spähtrupp, die anderen drei Froschmänner ziehen nach. Das Licht wird heller, die Musik lauter. Hoffentlich hat sich niemand in Richtung Bunker verkrümelt um ein Nümmerchen zu schieben oder verbotene Pflanzen zu rauchen. Oder sogar beides zu kombinieren. Bei der Jugend von heute weiß man ja nie. Der Weg zum Zugang des Bunkers ist beschwerlich. Glitschige Hänge, nasse Baumwurzeln und unterarmdicke Brombeerranken zaubern den Männern ein Lächeln auf die naßgeregneten Gesichter. Schöner kann ein Abend nicht sein. Es sind noch einige Zäune unterwegs zu bezwingen doch endlich stehen die Fünf an der gesuchten Leiter nach unten. Gerade als sie um 01:00 Uhr den rostigen Deckel entfernen, verstummt die Musik. Die Party schein zuende zu sein. Kein perfekter Zeitpunkt, denn der Eingang des nachgenutzten Gebäudes ist keine 30 m vom Bunkereinstieg entfernt. Was die Männer allerdings nicht daran hindert, lautlos unter die Erde zu verschwinden.

Nun beginnt der gemütliche Teil des Abends. Die Froschmänner erkunden die Bunkeranlage und lassen sich auch ein kleines Picknick in der Operationszentrale nicht nehmen. Nach drei Stunden haben sie alles gesehen, dokumentiert und machen sich bereit für die Exfiltration. Es geht ebenso leise raus wie rein und nach einer knappem Stunde sind Pit, Rabe, Dako, Nebelkrähe und Rehlein wieder nass und wohlbehalten am MFEL. Unter der Eingangsüberdachung des örtlichen Aldi gibt es noch einen frisch aufgebrühten Kaffee aus Dakos Spirituskocher, dann trennen sich die Wege der Männer wieder. Operation Fischkopp erfolgreich abgeschlossen!

 

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