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Es ist ein lauschiger Winterabend. Das Thermometer macht es sich knapp über dem Gefrierpunkt gemütlich. Zwischen den schwarzen Schatten der Baumkronen lässt sich die Anwesenheit der Milchstraße erahnen. Sechs Männer in gedeckter Kleidung sitzen im TiFliFroVeFlu(1). Sie ahnen nicht, dass sie von einem Passanten beobachtet werden, der irrtümlich das froschmännliche Fluggerät als UFO identifiziert(2). Froschmann Mutter dreht sich in dem engen Cockpit nach hinten. "Noch zehn Sekunden", gibt er den Männern per Handzeichen zu verstehen, die sich für den LAHO(3)-Sprung bereit machen. Als die grüne Lampe erleuchtet gleiten die Männer nach und nach mit ihren Fallschirmen und dem schweren Gepäck in die Dunkelheit der Nacht.

Zurück in den Oktober 1860, also exakt hunderziebenundfünfzig Jahre, zwei Monate und dreieinhalb Stunden vorher. Der Immobilienmakler Ferdinand Stephanius Freiherr von Neymann begutachtet eine verlassene Burg im Mansfelder Land, um diese käuflich zu erwerben. Dunkle Geschichten umranken das Objekt, die Bevölkerung fürchtet um ihr Leben, während sieben schwarze Reiter, die Häscher des Dämons, in gewachsten schwarzen Mänteln und Dreispitzgut ihr Unwesen treiben. Lange vor diesem Zeitpunkt beginnen die grausamen Geschehnisse um die Burg, die bis in die heutige Zeit kein Ende nehmen. Man weiß, dass Neymann in der Nacht des Reformationstages 1860 einer gewissen Katharina Magdalena von Gothberg zum Opfer gefallen ist, die in der Bevölkerung auch als die Weißen Gräfin unrühmliche Bekanntheit erlangte. Bis in die Gegenwart soll der Baron des nachts durch das Schloß wandern um zu verhindern, dass sich die Geschehnisse des 31. Oktober 1860 wiederholen. (4)

Zuletzt galt der Eigentümer der Burg, der Düsseldorfer Zahnarzt Sven R. mit seiner Lebensgefährtin als vermisst. Gerüchte besagen, dass R. die Burg mit unzähligen Hasen bewohnte, die irgendwann gegen ihren Herrn aufbegehrten und diesen nebst seiner Gattin auf grauenvolle Art und Weise verschwinden ließen. Kurz vor Weihnachten 2016 wandte sich die Bürgerinitiative zum Erhalt des Objektes an Froschmann Mutter und bat, die Geschehnisse aufzuklären und eventuelle Überlebende zu retten.

Zurück zur lauschigen Winternacht im Jahre 2016. Routiniert landen die Männer mit ihren schwarzen Gleitschirmen bei völliger Dunkelheit im Innenhof der Burg. Über den Landweg hätte es keinen Zugang gegegben, denn die Burg, gilt als gut gesichert. Nach einen kurzen Ausrüstungscheck machen sich die Männer auf den Weg in die Gebäude. Gekonnt umgehen sie die Bereiche der Überwachungskameras, die ihren Standort durch die von den Männern mitgeführten Nachtsichtgeräte nicht verbergen konnten.

Rehlein, Rabe, Dako, Nebelkrähe, Hase und ein zu diesem Zeitpunkt noch namenloser Bewerber erkunden die ersten Gänge auf der Suche nach einem Schlafplatz. Dieser ist schnell gefunden, wofür vielleicht auch der Ausblick auf des Abendessen des Bewerbers verantwortlich ist. Hunger ist in der froschmännlichen Welt durchaus ein Argument gegen zu langes Suchen eines perfekten Lagerplatzes. Die Bibliothek des Objektes war nicht allein wegen ihrer komfortablen Möblierung eine allzu schlechte Wahl und so konnten die lautlosen Spirituskocher ihren Dienst aufnehmen. Auf dem Speiseplan standen Labskaus an Spiegelei und Rollmops, Rote Bete und Kassler. Der bis dahin immer noch namenlose Bewerber hat einiges aufgefahren. Selbst die Büchse Bier fehlte nicht. Ein guter Anfang, der nach der Operation in die Aufnahme zum Anwärter münden sollte. Aber wir wollen nicht vorgreifen.

Am nächsten Tag brechen die Froschmänner auf, um ihren Job zu erledigen. Sie hoffen, wenigstens einen Überlebenden zu finden oder zumindest Licht in das Schicksal der Opfer zu bringen. Der verschollene Zahnarzt und seine Begleiterin scheinen nur einen sehr überschaubaren Teil der Burg bewohnt zu haben. Die Männer finden ihre Hinterlassenschaften. Besonders die aufgefundenen Fotos, auf denen die Menschen auf sonderbare Art und Weise mit ihren langohrigen Mitbewohnern abgebildet sind, erscheinen äußerst befremdlich. In jedem der bewohnten Zimmer finden sich Hasenställe, Klettergerüste, Heu, Stroh und andere Hinweise auf die seltsame Wohngemeinschaft. Doch kein Anzeichen von Leben.

Nachdem die unerschrockenen Helden bereits jedes Zimmer auf jeder Ebene des Objektes gründlichst untersucht haben, bleibt nur noch ein Teil des Gebäudes übrig, der auf den geheimen Karten von Froschmann Mutter als Orangerie eingezeichnet ist. Mittlerweile macht sich eine gefährliche sorglose Routine unter den Männern breit. Doch als sie ein leises Rascheln im Stroh hören, sind sofort alle Sinne wieder wie Klaviersaiten gespannt. Woher kommt das Rascheln? Was hat es ausgelöst? Was hat sich hier in diesem Raum abgespielt, der wie ein Hindernisparkour für rastlose Rammler ausgestattet ist?

Da passiert es. Ein haariger Blitz schießt aus der Deckung und verbeißt sich sofort laut quiekend in Froschmann Dakos Halsregion. Die Männer sind wie elektrisiert. Sollen sie hier ihren Kameraden wegen eines schlechtgelaunten Nagers verlieren? Rehlein spring mit drei mächtigen Sätzen herbei und packt das tötungsbereite Tier an den Hinterbeinen. Ein kurzer Kampf entbrennt, doch das Tier verliert. Mit einem gezielten Handkantenschlag setzt er Dakos Widersacher für immer außer Gefecht. Der letzte Bewohner der Burg ist nicht mehr. Bei einer Obduktion des Hasen durch UCT-A Hase fällt den Männern der Siegelring Neymanns in die Hände. Ob der Hase für den Tod des Barons verantwortlich war oder ob es sich um den Baron selbst handelte, kann nicht mehr zweifelsfrei geklärt werden. Ein Rätsel, das sich vermutlich nie ganz aus dem Schatten der Vergangenheit lösen wird.

Eigentlich soll in der zweiten Nacht die Exfiltration erfolgen. Doch in Anbetracht der Lokation mit dem passenden Namen beschließen die Männer, den UCT-A Hase nach vielen Jahren der Anwärterschaft zum Froschmann zu machen. Es folgt ein rauschendes Fest, schnell sind die Strapazen und die Lebensgefahr vergessen. Am nächsten Morgen werden die Männer von Froschmann Mutter geweckt. Schnell noch ein Selfie vor dem Kamin(5), dann bringt Mutter seine Jungs nach Hause.

Glossar und Quellenangabe

1 TiefFliegendes FroschmannVerbringungsFluggerät
Pressebericht Mitteldeutsche Zeitung
3 Low Altitude High Opening
4 Thomas Bock, "Das Tagebuch", ISBN 978-3-86237-101-3
5 Handelsübliche Bildaufzeichnungsgeräte sind nicht in der Lage, Froschmann Mutter abzulichten. Wir bitten daher die Bildqualität zu entschuldigen.

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